Vertrauen Sie Robotern?

4 23. August 2018 / Posted von Drucken

Mit «Hello, Robot» zeigt das Gewerbemuseum in Winterthur aktuell eine Ausstellung, die gerade in Bezug auf die Welt der Arbeit sehr spannend ist. Sie lädt ein, sich mit ganz unterschiedlichen – je nachdem auch unangenehmen – Fragen auseinanderzusetzen.

von Michael Milz

Hand aufs Herz: Wer denkt beim Stichwort Roboter nicht spontan an mehr oder weniger menschenähnliche Figuren aus dem Science-Fiction-Genre? R2-D2 und C-3PO aus «Star Wars» etwa oder – weit weniger charmant und herzig – der Terminator aus James Camerons gleichnamigem Film. Doch Roboter sind beileibe keine Erfindung des 20. Und 21. Jahrhunderts. Schon E.T.A. Hoffman verwendet roboterhafte Figuren in mehreren seiner Erzählungen, zum Beispiel in «Der Sandmann» aus dem Jahr 1816.

Teil von Alltag und Arbeit

Hello, Robot Teaser

Was, wenn mir plötzlich ein Roboter gegenüberseitzt? ©Gewerbemuseum Winterthur/Foto: Vincent Fournier

Doch Roboter sind (inzwischen) weit mehr als etwas ungelenke, künstlich geschaffene Wesen. Sie sind bereits heute Teil unseres alltäglichen Lebens und spielen besonders in der Welt der Arbeit eine immer wichtigere Rolle – je nach Branche und Sektor schon seit vielen Jahren, wenn man an die Produktionsroboter der Autohersteller denkt. Zusehends spielen Roboter auch in anderen Arbeitsbereichen eine immer wichtigere Rolle – auch in solchen, in denen man das bis vor wenigen Jahren nie gedacht hätte, etwa in der Pflege und Betreuung. So oder so: Die Robotik hält Einzug in unser Leben, und sie wird es auch weiterhin tun.

Blick aus verschiedenen Perspektiven

Robotik-Ausstellung Gewerbemuseum Winterthur

Roboter als Brückenbauer. ©Gewerbemuseum Winterthur

Die aktuelle Ausstellung «Hello, Robot.» im Gewerbemuseum Winterthur lädt dazu ein, sich mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Das geschieht in vier Schritten: «Science und Fiction», «Programmiert auf Arbeit», «Freund und Helfer» und «Eins werden». Mit Bezug auf die Arbeitswelt ist natürlich der zweite Teil der Arbeit besonders interessant: Er zeigt, wie die Robotik ihren Durchbruch in Industrie und Arbeitswelt erlebte. Dabei gelingt es den Ausstellungsmachern, den Blick aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema zu werfen: Die Bandbreite der Exponate reicht vom klassischen Industrieroboter bis zu einer Installation, bei der ein Roboter am sprichwörtlich laufenden Band Manifeste verfasst – und damit hinterfragt, wo die Grenzen zwischen automatisierbarer Arbeit und menschlicher Kreativität liegen.

14 Fragen

Robotik-Ausstellung Gewerbemuseum Winterthur

Würden Sie sich von einem Roboter wie Alice betreuen lassen? ©Gewerbemuseum Winterthur

Durch die Ausstellung führen 14 Fragen, die die Besucherinnen und Besucher auffordern, sich vertieft mit der Thematik auseinanderzusetzen: Sind Roboter unsere Freunde oder Feinde? Wie fühlen Sie sich dabei, dass Objekte Gefühle für Sie empfinden? Vertrauen Sie Robotern?

Thematische Schwerpunktführung

Im Rahmen der diversen Veranstaltungen rund um die Ausstellung gibt es auch diverse thematische Schwerpunktführungen – unter anderem mit dem Industrial Designer Stefan Sperling zum Thema «Die Industrie der Zukunft – Robofaktur» am Sonntag, 26. August 2018 um 11 Uhr.

Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine.

Die Ausstellung umfasst mehr als 200 Exponate aus Design und Kunst, darunter Roboter aus dem Wohn- und Pflegebereich und der Industrie, aber auch Computerspiele, Medieninstallationen sowie Beispiele aus Film und Literatur. Noch bis 4. November 2018, Gewerbemuseum Winterthur. Mehr Informationen zur Ausstellung

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