«Ein bisschen wie Nachbarschaftshilfe»

1 25. Mai 2020 / Posted von Drucken

Digitale Technologien und Hilfsmittel ermöglichten während des Lockdowns vielen Gewerbetreibenden die Weiterführung ihrer Arbeit – wenn auch reduziert und mit einiger Umgewöhnung. Doch gerade bei kleineren Betrieben spielt auch Solidarität eine tragende Rolle. Zum Beispiel bei Monette Wismer-Hauris Blumenladen.

von Michael Milz

Monette Wismer-Hauri gehörte zu den ersten, die ihren Blumenladen in Zug wieder öffnen durfte: Seit dem 27. April dürfen bekanntlich verschiedene Betriebe und Geschäfte wieder Kundschaft empfangen und bedienen, darunter auch Blumengeschäfte. Wie viele andere Unternehmerinnen und Unternehmer versuchte auch sie, ihr Geschäft während der Zeit des Lockdowns seit Mitte März irgendwie weiterzuführen. Viele stellten ja von einem Tag auf den anderen auf digital um und boten ihre Dienstleistungen online an.

Lieferdienst statt Webshop

Sie habe zwar eine Website für ihr Geschäft, sagt Monette Wismer-Hauri, und auch auf sozialen Medien wie Facebook und Instagram sei sie präsent – Kanäle allerdings, die sie kaum benutze und bewirtschaftete. So hat sie denn auch keinen Webshop aus dem Boden gestampft – sie habe einfach das Telefon vom Blumenladen auf ihr Handy umgeleitet und einen Lieferdienst angeboten, sagt sie. Entsprechend funktionierte die Unterstützung für ihr Geschäft denn auch vor allem lokal und regional. «Ein bisschen wie Nachbarschaftshilfe.»

Sehnsucht nach Blumen

Zwar hat sie – und natürlich viele ihrer Berufskollegen – der Lockdown mitten in der Hauptsaison erwischt. Dennoch sei sie mit einem blauen Auge davongekommen – «Die Leute hatten richtiggehend Sehnsucht nach Blumen!» –, und schliesslich habe sie das Glück, eine vergleichsweise tiefe Ladenmiete zu haben. Zusammen mit dem Lieferdienst konnte sie so Schlimmeres noch abwenden. «Aber es ist klar: Bei einem zweiten Lockdown würde es für mich eng werden.» Sie ist sich sehr wohl bewusst, wie wichtig es gerade in schwierigen Zeiten ist, vernetzt zu sein und hat sich darum auch vorgenommen, online und auf den sozialen Medien präsenter zu sein – auch wenn es zu keinem zweiten Lockdown kommen sollte.

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