App in den Laden!

6 10. April 2019 / Posted von Drucken

Mit der Avec Box im Zürcher Hauptbahnhof zeigt die Valora-Gruppe, wie schon in naher Zukunft auf Bahnhöfen eingekauft werden könnte: ohne Personal und via App. Über allem liegt das Schlagwort Convenience.

von Michael Milz

Die Digitalisierung hält beim Einkaufen Schritt für Schritt Einzug: Erst seit wenigen Jahren bieten Migros und Coop Einkaufen via Selfscanning an, und eigentlich hat man sich innert kürzester Zeit daran gewöhnt. Mit den neuen Convenience Stores, die auf den Namen Avec Box hören, geht nun die Valora-Gruppe, die unter anderem die meisten der über 250 Kioske an Bahnhöfen betreibt, einen Schritt weiter: Sowohl der Zutritt zum Laden wie auch der Einkauf und die abschliessende Bezahlung laufen ausschliesslich über die entsprechende App.

Probieren geht über Studieren

Ein kurzer Selbstversuch zeigt: Es funktioniert! Wobei: Was sonst sollte es denn auch? Dennoch ist man im ersten Moment ein bisschen fasziniert, wie unkompliziert und geschmeidig alles läuft. Dabei ist es im Grunde dasselbe wie Onlineshopping: einloggen, Warenkorb füllen, bezahlen, fertig. Nur dass man sich im reellen und nicht im virtuellen Raum bewegt.

Und so geht’s: App herunterladen und sich registrieren (dabei muss auch die eigene ID gescannt werden – Stichwort Jugendschutz beim Kauf von Tabakprodukten) und für die Bezahlung eine Kreditkarte hinterlegen. Einmal registriert kann man nun einkaufen gehen: Beim Eingang wird der QR-Code gescannt, und die Tür öffnet sich. Einkaufen funktioniert gleich wie beim Selfscanning oder eben online: gewünschten Artikel scannen und am Ende bezahlen, fertig. Allerdings tut man gut daran, sich nach getätigtem Einkauf wieder auszuloggen – das macht die App leider nicht selbstständig. Auf weitere Schwachpunkte geht Thomas Lang auf seinem Blog Carpathia ein!

Convenience total?

Avec Box

Noch bis am 22. April 2019 als Pilot im HB Zürich: die erste Avec Box.

Die Avec Box versteht sich nicht nur aufgrund des Sortiments als Convenience Store, sondern auch wegen des Einkaufserlebnisses an sich, das «bequemer, auf das eigene Tempo abgestimmt und ausserhalb der normalen Geschäftszeiten möglich ist», wie es in der Medienmitteilung von Valora heisst. Personal ist während der Stosszeiten vor Ort.

Der Store in der Halle des HB Zürich ist noch bis am 22. April geöffnet. Zusätzlich befindet sich im Untergeschoss des HB in der Passage Bahnhofstrasse ein so genannter Avec X, der Valora als Innovationslabor dient, um Erfahrungen zu sammeln. Dort ist fast immer Personal vor Ort. Die erste offizielle Avec Box wird im Frühling am Bahnhof Wetzikon eröffnet, danach sollen weitere Stores in weiteren Regionen der Schweiz erfolgen.

Noch braucht es Personal

Das Beispiel dieser neuen Convenience Stores zeigt exemplarisch, wie sich die Digitalisierung auf den Detailhandel auswirken kann – und wie der Detailhandel dank der Digitalisierung auf die veränderten Kundenbedürfnisse reagiert. Dass dabei komplett auf Verkaufspersonal verzichtet wird, heisst (noch) nicht, dass es gar kein Personal mehr braucht: Noch braucht es Menschen, die die Maschine (in diesem Fall: den Laden) überwachen und kontrollieren. Eine ähnliche Entwicklung findet auch in anderen Branchen statt, die mit automatisierten Arbeitsabläufen konfrontiert sind, die die Digitalisierung mit sich bringt: Kontrolle und Überwachung statt «handfester» Arbeit.

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